Steuerliche Maßnahmen Corona-Konjunkturpaket

Der aktuelle Regierungsentwurf des Zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes sieht unter anderem die folgenden steuerlichen Maßnahmen des Corona-Konjunkturpakets vor:

  • Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Monats verschoben.
  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert.
  • Es wird ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen:
    • Unter der Voraussetzung, dass die Steuervorauszahlungen 2020 auf null Euro herabgesetzt wurden, können die Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 auf Antrag in der Weise reduziert werden, dass der zugrundeliegende Gesamtbetrag der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) pauschal um 30 % gemindert wird (maximal um 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung).
    • Außerdem kann bereits bei der Steuerfestsetzung für den Veranlagungszeitraum 2019 ein vorläufiger Verlustrücktrag aus 2020 auf Antrag berücksichtigt werden. Dafür kann pauschal ein Betrag in Höhe von 30 % des Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) des Veranlagungszeitraums 2019 abgezogen werden. Die Anwendungsvoraussetzung ist auch hier eine Herabsetzung der Steuervorauszahlungen 2020 auf null Euro.
    • Führt die Herabsetzung von Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 aufgrund eines voraussichtlich erwarteten Verlustrücktrags für 2020 zu einer Nachzahlung bei der Steuerfestsetzung für den Veranlagungszeitraum 2019, so kann diese auf Antrag des Steuerpflichtigen zinslos gestundet werden.
  • Es wird eine degressive Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens eingeführt, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden.
  • Der Freibetrag für die existierenden Hinzurechnungstatbestände bei der Gewerbesteuer (zum Beispiel Entgelte für Schulden, Mietzahlungen etc.) wird von 100.000 Euro auf 200.000 Euro (§ 8 Nr. 1 GewStG) erhöht.
  • Der Ermäßigungsfaktor bei der Berücksichtigung der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer nach § 35 EStG wird von 3,8 auf 4,0 ab dem Veranlagungszeitraum 2020 erhöht.

Es ist vorgesehen, dass Bundestag und Bundesrat die Maßnahmen am 29. Juni 2020 beschließen.

Für Einzelheiten und für Ihre individuellen Fragestellungen stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner bei BPG jederzeit gerne zur Verfügung.

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