05Jun

Konjunktur-, Hilfs- und Zukunftspaket des Koalitionsausschusses

Angesichts der Corona Krise hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Neben zahlreicher Eckpunkte in den Bereichen wie Zukunftsinvestitionen und Klimapolitik (z.B. Senkung der EEG-Umlage), Gesundheit, Kommunalförderung und vor allem im sozialen Bereich (z.B. „Kinderbonus“), enthält das Paket auch gewichtige steuerliche Vorhaben. Zur Stärkung der Konjunktur und zur Abfederung wirtschaftlicher und sozialer Härten sollen unter anderem die folgenden Maßnahmen eingeführt werden:

  • Senkung der Umsatzsteuersätze befristet vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 von 19% auf 16% und von 7% auf 5% (ermäßigter Umsatzsteuersatz)
  • Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des Folgemonats verschoben
  • Einführung einer degressiven Abschreibung für Abnutzung (AfA) mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25 % Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021
  • Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrages für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung)
  • Einführung eines Mechanismus, damit dieser steuerliche Verlustrücktrag unmittelbar schon in der Steuererklärung 2019 genutzt werden kann, z.B. über die Bildung einer steuerlichen „Corona-Rücklage“, die spätestens bis zum Ende des Jahres 2022 aufzulösen wäre
  • Modernisierung des Unternehmenssteuerrechts durch Einführung eines Optionsmodell zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften sowie der Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbebetrieb auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags
  • Erhöhung des Freibetrages für die existierenden Hinzurechnungstatbestände bei der Gewerbesteuer (zum Beispiel Entgelte für Schulden, Mietzahlungen etc.) von 100.000 Euro auf 200.000 Euro (§ 8 Nr. 1 GewStG)
  • Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge im Rahmen einer „Sozialgarantie 2021“ auf maximal 40% zur Verhinderung einer Steigerung der Lohnnebenkosten (bis 2021)
  • Einführung eines Programms für Überbrückungshilfen im Umfang von 25 Mrd. EUR – diese sollen branchenübergreifend für kleine und mittelständische Unternehmen für die Monate Juni bis August gewährt werden:
  • Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze coronabedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern (bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen)
  • Erstattung von bis zu 50% der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate
  • Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis zu 10 Beschäftigten 15.000 € nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen
  • Anträge sind bis spätestens zum 31.8.2020 zu stellen, wobei die geltend gemachten Umsatzrückgänge und fixen Betriebskosten durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen sind
  • Die Auszahlungsfristen enden am 30.11.2020 – Überzahlungen sind zu erstatten
  • Erarbeitung von Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 01.01.2021 vor dem Hintergrund der pandemischen Lage

Die Umsetzung dieses Eckpunktepapiers soll nunmehr zügig auf den Weg gebracht werden.

Für Einzelheiten und für Ihre individuellen Fragestellungen stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner bei BPG jederzeit gerne zur Verfügung.

30Apr

Homeoffice und Kurzarbeitergeld

Die Ausnahmesituation, die durch die Verbreitung des Corona-Virus entstanden ist, ruft viele Fragen zum Homeoffice und zum Kurzarbeitergeld auf.

Arbeitsrechtliche Aspekte im Zusammenhang mit Homeoffice

Kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter in derartigen Ausnahmesituationen einfach ins Homeoffice schicken? Dies und weitere arbeitsrechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sollen aus Arbeitgebersicht näher beleuchtet werden.

Weitere Informationen:

Kurzarbeit

Der Bundestag hat im Eilverfahren das Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld (KUGErmG) beschlossen, welches bereits am 15.03.2020 in Kraft getreten ist.

Weitere Informationen:

Regelungen

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
  • Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist bis zu 12 Monate möglich (Verlängerung auf 24 Monate ist durch Rechtsverordnung möglich).
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld behalten ihre Gültigkeit.
  • Höhe des Kurzarbeitergeld (übliche Regelungen)
    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent des während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettolohns
    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens 1 Kind haben, bekommen 67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns.
  • Anhebung der KUG aufgrund Corona – Stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergeldes aufgrund einer Reduzierung der Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent:
    • ab dem 4. Monat des Kurzarbeitergeld-Bezugs steigt das Kurzarbeitergeld auf 70 Prozent des entgangenen Nettoentgelts (77 Prozent für Haushalte mit Kindern)
    • ab dem 7. Monat des Kurzarbeitergeld-Bezugs steigt das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent des entgangenen Nettoentgelts (87 Prozent für Haushalte mit Kindern).
    • Die Regelung gilt längstens bis zum 31. Dezember 2020
  • Ab dem 1. Mai 2020 bis längstens zum 31.Dezember 2020 ist es möglich, während der Kurzarbeit bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens durch einen Nebenverdienst hinzu zuverdienen, ohne dass eine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld erfolgt
  • Das Kurzarbeitergeld ist für den Arbeitnehmer steuerfrei (§ 3 Nr. 2 a) EStG), unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt

Für eine weitere Unterstützung und Beantwortung Ihrer Fragen stehen wir Ihnen wie gewohnt jederzeit gerne zur Verfügung.

24Apr

Steuerliche Erleichterungen

Aufgrund der Corona-Krise hat die Bundesregierung neben arbeitsrechtlichen Maßnahmen maßgeblich steuerliche Liquiditätshilfen und Milliarden-Hilfsprogramme für Betriebe und Unternehmen beschlossen.

Für aktuelle Informationen zu den steuerlichen Erleichterungen (hier NRW und Baden-Württemberg) verweisen wir auf die Webseite der Finanzverwaltung NRW und der Finanzämter Baden-Württemberg.

Steuerpflichtige, die steuerliche Erleichterungen in Anspruch nehmen wollen, müssen nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffenen sein.

Körperschaftsteuer / Einkommensteuer / Gewerbesteuer

  • Keine strengen Anforderungen bei Herabsetzung der Steuervorauszahlungen
  • Zinslose Stundung der fälligen oder fällig werdenden Steuer möglich
  • Stundung der Gewerbesteuer ist bei den Kommunen zu beantragen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen (bis 31.12.2020) für betroffene Unternehmen
  • Für Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer / Kapitalertragsteuer) – grundsätzlich keine Stundung möglich gem. § 222 S. 3 und 4 AO

Erweiterte Möglichkeit der Verlustverrechnung

Der Beschluss der Bundesregierung sieht Folgendes vor:

  • Betroffene Steuerpflichtige mit Gewinn- oder Vermietungseinkünften können -pauschal ermittelte- absehbare Verluste aus 2020 nachträglich mit Steuervorauszahlungen aus dem Jahr 2019 verrechnen
  • Eine Betroffenheit wird angenommen, wenn die Steuervorauszahlungen 2020 aufgrund der Corona-Krise bereits auf null Euro reduziert wurden und der Steuerpflichtige versichert, dass er für den Veranlagungszeitraum 2020 aufgrund der Corona Krise eine nicht unerhebliche negative Summe der Einkünfte erwartet
  • Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag 2020 beträgt 15 % der maßgeblichen Einkünfte (Gewinn- und/oder Vermietungseinkünften), die der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt wurden
  • Begrenzung des Verlustrücktrages aus 2019 auf maximal 1 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung maximal 2 Mio. Euro)
  • Auf dieser Basis werden die Steuervorauszahlungen 2019 neu ermittelt und es wird gegebenenfalls eine Erstattung vorgenommen
  • Im Zeitpunkt Abgabe der Steuererklärung für 2019 ist zu prüfen, ob weiterhin mit Verlusten für den Veranlagungszeitraum 2020 gerechnet wird – dann Möglichkeit eines Antrags auf zinslose Stundung einer Steuernachzahlung für 2019
  • Fällt doch ein Gewinn für 2020 an, sind die erstatteten Vorauszahlungen mangels eines finalen Verlustrücktrages aus 2020 wieder zurückzuzahlen
  • Auf die Gewerbesteuer finden die Verlustrücktragsregelungen weiterhin keine Anwendung
  • Pressemitteilung des BMF mit Beispiel zu der Systematik sowie BMF-Schreiben vom 24. April 2020

Umsatzsteuer

  • Herabsetzung der Sondervorauszahlung 2020 für Dauerfristverlängerung und Erstattung der bereits entrichteten Beträge in fast allen Bundesländern möglich
  • Zinslose Stundung der fälligen oder fällig werdenden Steuer möglich
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen (bis 31.12.2020) für betroffene Unternehmen
  • Anpassung der Umsatzsteuersätze in der Gastronomie
    • Nach dem Beschluss der Bundesregierung soll eine befristete Vereinheitlichung des Umsatzsteuersatzes für die Abgabe von Speisen auf den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent erfolgen
    • Der einheitliche Steuersatz gilt ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 damit unabhängig davon, ob die Speisen vor Ort verzehrt oder mitgenommen werden

Zoll

  • Bei Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z. B. Einfuhrumsatzsteuer, Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), sind die o. g. Stundungsregelungen, Vollstreckungsaufschub und Anpassungen der Vorauszahlungen ebenfalls möglich

Steuerfreie Sonderzahlungen an Arbeitnehmer

  • Arbeitgeber können Ihren Beschäftigten Beihilfen und Unterstützungsleistungen (zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn) bis zu einem Betrag in Höhe von bis 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen oder als Sachbezug gewähren
  • Die Regelung gilt für Zahlungen aufgrund der Corona Krise im Zeitraum 1. März bis 31. Dezember 2020 und ist nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt
  • Siehe dazu das BMF-Schreiben vom 9. April 2020

Sonstiges

  • Keine speziellen Regelungen für Erbschaftsteuer / Schenkungsteuer (Ausnahme: in Bayern ist auch für Erbschaft- und Schenkungsteuer Fälle eine Corona-bedingte zinslose Stundung von bis zu drei Monaten möglich; LfSt Bayern S 3900.1.1-23/1 St34)
  • Für Nordrhein-Westfalen und Bayern: Die Abgabefristen für Lohnsteueranmeldungen zum 10.04.2020 können auf Antrag um bis zu zwei Monate verlängert werden.
  • Bundeslandabhängig werden Fristen für die Abgabe von Jahressteuererklärungen (auch für den Veranlagungszeitraum 2018) in allen steuerlich beratenen Fällen bis zum 31.05.2020 verlängert (teilweise auf Antrag, teilweise ohne Antrag)

Für Ihre individuellen Fragestellungen stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner bei BPG jederzeit gerne zur Verfügung.

27Mrz

Soforthilfeprogramm Baden-Württemberg

Gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige der Freien Berufe, die sich unmittelbar infolge der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden und massive Liquiditätsengpässe erleiden, werden mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt.

Anträge können von gewerblichen und Sozialunternehmen, von Soloselbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen mit bis zu 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) gestellt werden, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben.

Soloselbständige und Kleinstunternehmen mit unter fünf Beschäftigten sind nur insoweit antragsberechtigt, als dass sie mit ihrer selbständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens einer Person bestreiten.

Die Unternehmen sollen bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen, u. a. für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u. ä., durch einen Zuschuss unterstützt werden.

Liquiditätsengpässe oder Umsatzeinbrüche, die bereits vor dem 11. März 2020 entstanden sind, sind daher nicht förderfähig.

Die Soforthilfe erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses, ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt bis zu:

  • 9.000 Euro für drei Monate für antragsberechtigte Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten
  • 15.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten
  • 30.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Die Obergrenze für die Höhe der Förderung entspricht dem unmittelbar infolge der Corona-Pandemie verursachten Liquiditätsengpass oder entsprechenden Umsatzeinbruch, maximal jedoch den oben genannten Förderbeträgen.

Die Antragstellung ist ab sofort möglich.

Zum Antrag und Quelle („Soforthilfe Corona“ – Seite des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg)

27Mrz

NRW- Soforthilfe 2020: für Kleinunternehmen

Die Landesregierung NRW will das Sofortprogramm des Bundes aufstocken und zusätzlich Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten Zuschüsse in Höhe von bis zu 25.000 Euro zahlen.

Unterstützung der Unternehmen zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Finanzierungsengpässe, u. a. für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u. ä. durch einen Zuschuss in Höhe von:

  • 9.000 Euro für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten
  • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten
  • 25.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Voraussetzungen sind erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Dies wird angenommen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr ergibt. Rechenbeispiel: Durchschnittlicher Umsatz Januar bis März 2019: 10.000 Euro, aktueller Umsatz März 2020: 5.000 Euro
  • der Betrieb auf behördliche Anordnung wegen der Corona-Krise geschlossen wurde
  • die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass)
  • Die Soforthilfe gilt für Antragsteller, die zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren

NRW Soforthilfe (elektronische Beantragung ab dem 27.03.2020)

27Mrz

Stundung Sozialversicherungsbeiträge

Eine Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen ist in Härtefällen möglich.

Eine erhebliche Härte für das Unternehmen ist gegeben, wenn es sich aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse vorübergehend in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befindet oder im Falle der sofortigen Einziehung der fälligen Sozialversicherungsabgaben in diese geraten würde. Eine Stundung wird nicht gewährt, wenn eine Gefährdung des Anspruches eintreten würde. Das ist der Fall, wenn die Zahlungsschwierigkeiten nicht nur vorübergehend sind oder eine Überschuldung in absehbarer Zeit offensichtlich nicht abgebaut werden kann.

Aus dem Stundungsantrag sollte daher erkennbar sein, dass aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen bzw. ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen begründete Aussichten auf Sanierung bestehen.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen kündigt in ihrem Rundschreiben die erleichterte Stundungsmöglichkeit von Sozialversicherungsbeiträgen durch die Einzugsstellen (= gesetzliche Krankenkassen) an. Von der Corona-Krise Betroffene sollen so unterstützt werden. Auf Antrag des Arbeitgebers können die Beiträge zunächst für die Monate März bis Mai 2020 gestundet werden. Stundungen sind längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren.

Auch für die erleichterte Stundung sind alle anderen Maßnahmen (Kurzarbeitergeld, Fördermittel und/oder Kredite) vorrangig in Anspruch zu nehmen und es muss eine erhebliche Härte hinsichtlich des sofortigen Einzugs der Beiträge vorliegen, die auch in geeigneter Weise darzulegen ist.

Mitteilung GKV Spitzenverband vom 25.03.2020

25Mrz

Auswirkungen auf die Rechnungslegung, Berichtserstellung und Unternehmensbewertung

Als aktuelle Hilfestellung für den Berufsstand hat das IDW fachliche Hinweise (Teil 1 und Teil 2) erarbeitet, der wesentliche Fragen zur Rechnungslegung (HGB/IFRS) zum Stichtag 31.12.2019 und deren Prüfung aufgreift.

Darin werden insbesondere folgende Aspekte angesprochen:

  • Wertaufhellung bzw. Wertbegründung
  • Nachtragsberichterstattung im (Konzern-)Anhang
  • Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss
  • Prognose- bzw. Risikoberichterstattung im (Konzern-)Lagebericht
  • Prüfungsprozess sowie Kommunikation
  • Konsequenzen für die Berichterstattung des Abschlussprüfers

Bitte teilen Sie uns gerne weiteren Informationsbedarf mit und sprechen Sie Ihren jeweiligen BPG-Ansprechpartner auch für Ihre individuellen Fragestellungen jederzeit gerne an.

25Mrz

Liquiditätshilfen und Fördermittelantrag zur Vermeidung der Insolvenzpflicht

Aktuelle Informationen zum Gesetzgebungsverfahren zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen in „Corona-bedingter Schieflage“ erhalten Sie über die folgenden Links:

Zudem hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihr Kredithilfeprogramm um einen sog. „Unternehmerkredit“ zur Finanzierung von Betriebsmitteln (aller Art) erweitert. Die Kreditsumme beträgt bis zu 200 Mio. Euro bei 5 Jahren Laufzeit. Die Beantragung erfolgt über die Hausbank oder – eher die Ausnahme – eine andere mitfinanzierende Bank. Die KfW übernimmt für 80% der Kreditsumme das Ausfallrisiko. Die mitfinanzierende Bank muss 20% Eigenobligo übernehmen. Der Antrag wird – so unsere bisherige Erfahrung – wie ein „normaler“ Kreditantrag behandelt.

Weitere Informationen: KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Für kleine Unternehmen, Selbständige und Freiberufler gewährt der Bund einmalig für drei Monate Zuschüsse zu Betriebskosten, die nicht zurückgezahlt werden müssen:

  • Selbständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten erhalten bis zu 9.000 Euro
  • Selbständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten erhalten bis zu 15.000 Euro.
  • Selbständige erhalten leichter Zugang zur Grundsicherung, damit Lebensunterhalt und Unterkunft gesichert sind. Die Vermögensprüfung wird für sechs Monate ausgesetzt, Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden.

Die Bundesländer haben zusätzliche Sofortmaßnahmen beschlossen. Einen Überblick über diese Maßnahmen erhalten Sie hier: Corona Soforthilfen Bundesländer

Zu den Hilfen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen
Zu den Hilfen des Landes Baden-Württemberg

Der Bund gründet als Maßnahme zur Liquiditätssicherung einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds, der sich insbesondere an große Unternehmen richtet und großvolumige Hilfen (Kapitalmaßnahmen / Bürgschaften) gewähren kann. Er ergänzt die bereits beschlossenen Liquiditätshilfen über die KfW Sonderprogramme.

Über die staatliche KfW wird ein Hilfsprogramm aufgelegt, um Unternehmen, Selbständige und Freiberufler mit Liquidität zu versorgen. Dazu stellt die KfW in unbegrenztem Volumen verschiedene Kreditprogramme bereit. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Zugang zu den KfW-Krediten über ihre Hausbank. Dort bei Bedarf auch Instrument von Bürgschaften.

Weitere Informationen: BMF – Fragen und Antworten Milliarden-Schutzschild

In den Ländern stehen die Bürgschaftsbanken (bis 2,5 Mio. Euro pro Unternehmen) und die Landesbürgschaftsprogramme (ab 2,5 Mio. Euro) bereit, um Kredite zu besichern. Die Bürgschaftsbank ermöglicht eine 72-Stunden-Expressbürgschaft.

Sollte wegen des Corona-Virus ein Tätigkeitsverbot, z.B. Quarantäne, ausgesprochen werden, können Betriebe eine Entschädigung für die Fortzahlung von Löhnen und Gehältern bei den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe beantragen

Der „Mikromezzaninfonds Deutschland“ kann ohne Einschaltung der Hausbank und ohne Sicherheiten stille Beteiligungen eingehen (max. 75.000 Euro). Richtet sich an kleine Unternehmen, Gründungen und spezielle Zielgruppen (u.a. Unternehmen, die ausbilden sowie Gründungen aus der Arbeitslosigkeit).

Unsere Ansprechpartner in Krefeld, Düsseldorf und Berlin stehen Ihnen für ein persönliches Informationsgespräch auch in diesen Zeiten gerne zur Verfügung.

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