Beiträge aus Juni 2020

24Jun

Steuerliche Maßnahmen Corona-Konjunkturpaket

Der aktuelle Regierungsentwurf des Zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes sieht unter anderem die folgenden steuerlichen Maßnahmen des Corona-Konjunkturpakets vor:

  • Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Monats verschoben.
  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert.
  • Es wird ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen:
    • Unter der Voraussetzung, dass die Steuervorauszahlungen 2020 auf null Euro herabgesetzt wurden, können die Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 auf Antrag in der Weise reduziert werden, dass der zugrundeliegende Gesamtbetrag der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) pauschal um 30 % gemindert wird (maximal um 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung).
    • Außerdem kann bereits bei der Steuerfestsetzung für den Veranlagungszeitraum 2019 ein vorläufiger Verlustrücktrag aus 2020 auf Antrag berücksichtigt werden. Dafür kann pauschal ein Betrag in Höhe von 30 % des Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) des Veranlagungszeitraums 2019 abgezogen werden. Die Anwendungsvoraussetzung ist auch hier eine Herabsetzung der Steuervorauszahlungen 2020 auf null Euro.
    • Führt die Herabsetzung von Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 aufgrund eines voraussichtlich erwarteten Verlustrücktrags für 2020 zu einer Nachzahlung bei der Steuerfestsetzung für den Veranlagungszeitraum 2019, so kann diese auf Antrag des Steuerpflichtigen zinslos gestundet werden.
  • Es wird eine degressive Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens eingeführt, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden.
  • Der Freibetrag für die existierenden Hinzurechnungstatbestände bei der Gewerbesteuer (zum Beispiel Entgelte für Schulden, Mietzahlungen etc.) wird von 100.000 Euro auf 200.000 Euro (§ 8 Nr. 1 GewStG) erhöht.
  • Der Ermäßigungsfaktor bei der Berücksichtigung der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer nach § 35 EStG wird von 3,8 auf 4,0 ab dem Veranlagungszeitraum 2020 erhöht.

Es ist vorgesehen, dass Bundestag und Bundesrat die Maßnahmen am 29. Juni 2020 beschließen.

Für Einzelheiten und für Ihre individuellen Fragestellungen stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner bei BPG jederzeit gerne zur Verfügung.

05Jun

Konjunktur-, Hilfs- und Zukunftspaket des Koalitionsausschusses

Angesichts der Corona Krise hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Neben zahlreicher Eckpunkte in den Bereichen wie Zukunftsinvestitionen und Klimapolitik (z.B. Senkung der EEG-Umlage), Gesundheit, Kommunalförderung und vor allem im sozialen Bereich (z.B. „Kinderbonus“), enthält das Paket auch gewichtige steuerliche Vorhaben. Zur Stärkung der Konjunktur und zur Abfederung wirtschaftlicher und sozialer Härten sollen unter anderem die folgenden Maßnahmen eingeführt werden:

  • Senkung der Umsatzsteuersätze befristet vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 von 19% auf 16% und von 7% auf 5% (ermäßigter Umsatzsteuersatz)
  • Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des Folgemonats verschoben
  • Einführung einer degressiven Abschreibung für Abnutzung (AfA) mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25 % Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021
  • Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrages für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung)
  • Einführung eines Mechanismus, damit dieser steuerliche Verlustrücktrag unmittelbar schon in der Steuererklärung 2019 genutzt werden kann, z.B. über die Bildung einer steuerlichen „Corona-Rücklage“, die spätestens bis zum Ende des Jahres 2022 aufzulösen wäre
  • Modernisierung des Unternehmenssteuerrechts durch Einführung eines Optionsmodell zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften sowie der Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbebetrieb auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags
  • Erhöhung des Freibetrages für die existierenden Hinzurechnungstatbestände bei der Gewerbesteuer (zum Beispiel Entgelte für Schulden, Mietzahlungen etc.) von 100.000 Euro auf 200.000 Euro (§ 8 Nr. 1 GewStG)
  • Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge im Rahmen einer „Sozialgarantie 2021“ auf maximal 40% zur Verhinderung einer Steigerung der Lohnnebenkosten (bis 2021)
  • Einführung eines Programms für Überbrückungshilfen im Umfang von 25 Mrd. EUR – diese sollen branchenübergreifend für kleine und mittelständische Unternehmen für die Monate Juni bis August gewährt werden:
    • Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze coronabedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern (bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen)
    • Erstattung von bis zu 50% der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate
    • Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis zu 10 Beschäftigten 15.000 € nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen
    • Anträge sind bis spätestens zum 31.8.2020 zu stellen, wobei die geltend gemachten Umsatzrückgänge und fixen Betriebskosten durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen sind
    • Die Auszahlungsfristen enden am 30.11.2020 – Überzahlungen sind zu erstatten
  • Erarbeitung von Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 01.01.2021 vor dem Hintergrund der pandemischen Lage

Die Umsetzung dieses Eckpunktepapiers soll nunmehr zügig auf den Weg gebracht werden.

Für Einzelheiten und für Ihre individuellen Fragestellungen stehen Ihnen Ihre Ansprechpartner bei BPG jederzeit gerne zur Verfügung.

nach oben
 Zurück  Alles Weiter